Pia Sophie Ottes arbeitet als Galerie Managerin in Venedig. Wir sind gespannt, was sie zu den Werken unserer Teilnehmer sagt. An dieser Stelle wie immer ein großes Dankeschön!

Pias Top 5 zu den Themen „Body Love“ & „Nightmare“ aus Hamburg:

 

Schwarzwald

Für die Darstellung dieses dunklen Waldes wurde ausschließlich die Farbe Schwarz verwendet. Das Auge des Betrachters wird von einem spiegelnden Wasserstrom in ein tiefes schwarzes Nichts geleitet.
Dieses Werk ist ein Schatten- und Lichtspiel, was den Betrachter anregt sich zu fragen, was wohl hinter dem dichten Gestrüpp liegt, wo wohl das Licht herkommt, dass durch die dunkeln Äste blitzt. Man möchte aus dem Albtraum erwachen und endlich wieder Farbe sehen.  

Die Venus

Durch die Verwendung von Weiß auf Blau, ist es als sieht man weibliche Silhouetten auf Wolken tanzen. Diese Studie der weiblichen Formen zeigt eine Frau am vorderen rechten Bildrand, die sich scheinbar vor dem Betrachter rekelt und sich dann zum hinteren Bildrand von ihm entfernt, um ihm letztlich nur ihre wunderschön geformte Rückenansicht zu zeigen. Dabei sind die weiblichen Rundungen und fließenden Bewegungen sehr genau studiert und anschaulich dargestellt.
 

Shades of Grey

Dieses Werk ist in zwei Perspektiven unterteilt: Im rechten Vordergrund sieht man ein männliches Aktmodell, das mit Schwarz- und Grau-Tönen dargestellt wird und daher eher wie eine Kohlezeichnung als eine Acrylmalerei wirkt. Die linke Seite des Werkes zeigt eine Frauenfigur, die sich hinter einer Leinwand versteckt und unverkennbar von den maskulinen Formen des Mannes angetan ist. Die Frau ist jedoch räumlich entfernter und fast comic-artig gemalt. Die verschiedenen Maltechniken, die thematisch eine Relation zum Subjekt des Werkes aufweisen, wecken das Interesse des Betrachters.

Das Abstrakte

Umso länger man dieses Werk betrachtet, umso mehr kann man erkennen: Das Gesicht eines Mannes in der oberen mittleren Hälfte des Bildes, eine in schwarz gekleidete Frau, die ihn zu seiner Linken beobachtet, eine Straßenlaterne, die gleißendes Licht auf eine beregnete Straße wirft… oder einfach ein abstraktes Gemälde, dass mit Farben, Formen, Schatten und Licht spielt. Das Werk erinnert entfernt an eine frühe kubistische Phase von George Braque und lässt dem Betrachter viel Spielraum in der Deutung des Werkes.

Der Träumer

Dieses Werk zeigt einen Mann mit geschlossenen Augen umrundet von bunten Bändern, die sich in alle Richtungen winden. Der Hals des Mannes wirkt proportional zu lang, wie als sei er losgelöst vom Körper und gehalten und getragen nur durch die Farben, die Gedanken, die Träume.
Durch die ausschließliche Verwendung von Blau und Weiß, erzielt der Künstler eine sehr plastische Darstellung des Mannes. Die Komposition erinnert sehr an das Werk Le Rêve (Der Traum) von Picasso, welches die schlafende Marie-Thérèse Walter in einer sehr ähnlichen Position und Farbkomposition zeigt. Die Technik ist jedoch eher der (italienischen) Pop-Art zuzuschreiben, an welcher sich Maler wie beispielsweise Mario Schifano bedienten.