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Was sagt der Profi? Pia Sophie Ottes zu den Werken

Pia Sophie Ottes arbeitet als Galerie Managerin in Venedig. Wir sind gespannt, was sie zu den Werken unserer Teilnehmer sagt. An dieser Stelle schon mal ein großes Dankeschön!

Einhorn: 

Dieses Werk zeigt ein glückliches Einhorn – ein Fabelwesen, welches durch den dominanten Gebrauch der Farben Rot und Blau verspielt und fantastisch wirkt. Das Werk ist jedoch eindimensional und ohne Verwendung von Perspektive gemalt, was zu einer fehlenden Plastischen Wirkung des Tieres führt. Es ist das perfekte Geschenk für das Kinderzimmer eines kleinen Mädchens. 

Schwarze Häuser: 

Eine schwarze Silhouette zweier spitzer Dreiecke platziert auf einem Rechteck vor rotem Untergrund lässt dem Betrachter die Freiheit zu interpretieren, für was diese schwarzen Formen stehen sollen – ein Haus, zwei Tannen, der Kölner Dom. Die schwarze Farbe ist jedoch nicht deckend aufgetragen, was vermuten lässt, dass das Werk noch nicht ganz fertiggestellt wurde. Der Künstler hat es jedoch bereits signiert, welches ein wichtiges Element zur Wiedererkennung und Wertschätzung eines Gemäldes ist. 

**Zitronen Stillleben:

Dieses Gemälde zeigt die naturgetreue Abbildung von Zitrusfrüchten auf verwaschenem blauen Untergrund. Ein angedeuteter Schatten am äußeren Rand der Früchte lässt sie plastisch und real wirken. Einzig die aufgeschnittene Zitrone ist perspektivisch nicht korrekt dargestellt. Der Künstler hat die Farbe in strich-artiger Bewegung aufgetragen, was dem Werk Lebendigkeit und Bewegung verleiht. Mit diesen frischen Farben ist das Werk ist ein schönes Dekorationsobjekt für jedes zuhause. 

Der Wasserfall: 

Dieses Gemälde zeigt eine Aufnahme eines Wasserfalls, der zwischen zwei Bäumen in die Tiefe stürzt. Unter dominanter Verwendung von Blau, Grün und Braun wurde hier das gemalt, was dem Künstler womöglich nahe liegt: die Natur. Der Künstler verwendet jedoch keine Schatten oder perspektivische Darstellung, was das Werk eindimensional erscheinen lässt. 

**Das Blaue:

Das Werk zeigt eine abstrakte Komposition, die an blaue Werke von Ives Klein oder eine Detailaufnahme von Monet’s Seerosenteich erinnert. Das Blaue lässt dem Betrachter die Freiheit, sich darunter den Himmel, die Luft, das Wasser vorzustellen und symbolisiert damit unendliche Weite, Sehnsucht und Phantasie. Es ist außerdem nachgewiesen, dass die Farbe Blau entspannend wirkt und das Denken fördert. 

Dunkler Sonnenuntergang: 

Das Werk zeigt einen dramatischen Sonnenuntergang, welcher einzig durch die Farben Gelb, Rot und Schwarz gemalt wurde. Ein schönes Detail sind die vier Vögel, die in den Sonnenuntergang hinein zu schweben scheinen. Auch wenn die Schattenspiegelung der zwei Landzungen im Wasser etwas Tiefe verleiht, wirkt das Werk dennoch sehr eindimensional. 

Krieg: 

Dieses Werk beschäftigt sich mit einem sozialkritischen und politischem Thema: Dem Krieg, der Verwüstung, der Zerstörung des Planeten durch die Hand des Menschen. Die Acrylfarbe ist jedoch nicht deckend auf der Leinwand aufgetragen und verleiht dem Werk daher eine unfertige Erscheinung. 

Rainbow Lion: 

Den Haarkranz des Löwen als regenbogenartige Vermischung von Farben darzustellen, gibt den Betrachter das Gefühl zu Träumen. Das Gesicht des Löwen ist naturgetreu illustriert. Man muss sich jedoch der Fantasie bedienen, um sich einen bunten Löwen in der Savanne in Afrika vorzustellen.

***Toskana: 

Das Werk lässt auf eine Inspiration von Van Gogh schließen, auch wen hier der Pointilismus nicht angewendet wird. Die Farbwahl, die Form der gleißenden Sonne sowie das Platzieren von Zypressen lassen auf einen heißen Sommernachmittag in der Toskana schließen. Die helle Landschaft im Hintergrund verleiht dem Werk Weite und Tiefe, während die Perspektive am unteren Ende des Werkes den Betrachter mit in das Werk holt und auf einem Wegrand platziert. 

Schwarzes Loch: 

Die schwarze Leinwand fungiert als Bühne, auf der sie feine Bewegungen der Sterne in Weiß, Gelb und hellen Blautönen zeigt. Diese sind mit kleinen Punkten auf die Leinwand aufgetragen, welche damit dem Werk eine gewisse Raffinesse verleihen. Dieses Gemälde zeigt die Abbildung eines schwarzen Loches – eine Interpretation dessen, was die Wissenschaft bereits erforscht, für die menschliche Vorstellung jedoch immer noch weit weg liegt. 

Weltall: 

The fading starlight is presented very beautifully, using shades of green and white to create an illusion of a galaxy. The black colour which has been used for the canvas lures its viewer into a deep conversation between life on earth and in space. (Victoria Miro) 

Rote Strasse: 

Dieses Werk ist dem Minimalismus zuzuschreiben und erinnert an die Colour Field Werke des amerikanischen Künstlers Ellsworth Kelly. In dieser Komposition stößt eine geometrische Fläche mit intensiver Farbgebung, mit harten und scharfen Konturen, auf zwei triangolare Blaue Flächen, die das Werk begrenzen. Damit wird die monochrome rote Farbform zu einem eigenständigen Gemälde. 

Goldener Sonnenuntergang: 

Mit intensiven Farben wurde hier eine Sonnenuntergangsszene am Strand gemalt. Der Pinselstrich ist grob und lässt die aufgetragenen Farben daher nicht mit einander verschwimmen. Dies kreiert Plastizität und Lebendigkeit. Die Farben, Formen und Spiegelungen sind überspitzt dargestellt, was dem Werk eine abstrakte Note verleiht und die  Visualisierung von geometrischen Formen anregt. 

Qualle: 

Für die Illustration einer Qualle hat die Künstlerin die Farben Rosa, Rot und Violett verwendet. Die Farben sind sehr verwässert und platzieren die Qualle damit in ihrem natürlichen Habitat – dem Wasser. Sie ist umrundet von einem dunkeln Rahmen, dessen Ränder auch durch die Zugabe von Wasser in der Acrylfarbe wie verwaschen wirken.  Die Leinwand wurde vorwiegend weiß gelassen, was den Fokus auf das Meerestier lenkt.

Wald: 

Ein dichter Wald wurde hier mit verschiedenen Grüntönen gemalt. Der Boden des Waldes ist bedeckt mit rotem Laub oder auch roten Blumen, und im blauen Himmel schwirren ein paar wenige Wolken. Die Künstlerin hat dieses Werk in drei Teile geteilt – der Himmel, die Pflanzen, die Erde. Wie etwa Van Gogh, Rousseau oder Corot, setzt die Künstlerin sich mit der Natur auseinander, Wäldern, die es in unseren heuten Zeit immer weniger gibt, vielleicht sogar mit der eigenen Heimat. 

Berglandschaft mit Fluss: 

Ein azurblauer Fluss fließt durch eine nacht-schwarze Berglandschaft. Das Profil eines Menschen schaut von rechts in die Landschaft herein. Im Hintergrund geht die Sonne über den Berggipfeln unter und taucht die gesamte Szene in ein Blutorange. Das Werk erinnert sehr an die Landschaftsgemälde von Alexej von Jawlensky. Unter Verwendung von kräftigen Farben wurde hier im expressionistischen Stil eine semi-abstrakte Landschaftsszene geschaffen, die den Betrachter einlädt sich zu fragen, welche Welt sich wohl hinter den Bergen auftun mag. 

Sonnenball: 

Mit verschiedenen Farben, dominanten Orange- und Violettönen, wurde ein Strudel gemalt, der sehr an gleißende oder sich spiegelnde Sonne erinnert. Die Wirbel bewegen sich zu einem zentralen Punkt an der rechten unteren Ecke des Bildes. Durch die Vermischung der Farben entsteht ein Grauton, der die Buntfarben als Symbol der göttlichen Offenbarung und Schöpfung für den Betrachter auf der Leinwand nachvollziehbar werden lässt. 

Vulkan: 

Dieses Bild zeigt einen ausbrechenden Vulkan vor einem gelben Himmel. Im Hintergrund sind weitere Berge in Blautönen gemalt, welche sich der farbplastischen Wirkung der Objektfarben bedienen und dem Werk damit Tiefe verleihen. Einzig die Sonne ist wenig plastisch und einfach dargestellt. 

Grünland: 

Dieses Werk zeigt eine grüne, eindimensionale Landschaft, die durch einen Fluss durchkreuzt wird. Wie in beispielsweise Milton Avery’s Werken, legt der Künstler Wert auf die Differenzierung der einzelnen Pflanzen und versucht, ein realitätsgetreues Abbild der Natur zu schaffen. Die untergehende Sonne ist in sehr schönen Farbtönen gelungen. 

Baum: 

Ein Blattloser Baum schlägt im rot-orangenen Boden Wurzeln. Dieses Bild lässt auf den Übergang zwischen Herbst und Winter schließen. Der Baum hat nur zwei Hauptäste, von denen kleinere Verzweigungen abgehen. Seine Baumkrone ist grösser als das Wurzelnetzwerk dargestellt. Der Künstler könnte damit hervorheben wollen, dass dem äußeren Schein immer mehr Wichtigkeit zugemessen wird, als dessen, was nicht zu sehen ist, was sich unter dem Grund befindet jedoch womöglich viel wichtiger ist – wie etwa die Wurzeln einer Pflanze. Der Hintergrund ist leer, und zieht daher die Aufmerksam einzig auf den Baum und dessen künstlerische Bedeutung von Leben, Wachstum und die Synthese zwischen Himmel und Erde.

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